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Auf dem Foto im Café liegt ein Herz auf dem Cappuccino, zu Hause landet der Schaum als weiße Haube in der Tasse. Ob ein Muster entsteht, entscheidet sich nicht beim Gießen, sondern schon an der Dampflanze.
Alle Angaben laut Bedienungsanleitung, Hersteller und Verbandsstandard, Stand 19.10.2026. Keine Eigenmessung, keine eigenen Gießversuche.
Drei Anleitungen beschreiben denselben Ablauf: erst Luft, dann Wirbel
Wie man ein Muster gießt, steht in keiner der ausgewerteten Anleitungen, wie der Schaum dafür entsteht, sehr genau. Sage nennt das Ziel „seidenweich aufgeschäumte Milch“, De’Longhi wirbt für die La Specialista Arte mit einer Dampflanze für „seidenweichen Mikroschaum“ und „Kunstwerke aus Milchschaum“. Mikroschaum meint Milchschaum aus sehr kleinen Blasen.
| Schritt | Sage Barista Express Impress (SES876, S. 18) | De’Longhi La Specialista Arte (EC9155, Kap. 5.1) | Philips Serien 2200/3200 (S. 72) |
|---|---|---|---|
| Milch | frisch und kalt | Kuhvollmilch mit etwa 5 °C | direkt aus dem Kühlschrank |
| Füllmenge | zwischen MIN- und MAX-Markierung der Kanne | Volumen verdoppelt bis verdreifacht sich | etwa 100 ml (Cappuccino), etwa 150 ml (Latte macchiato) |
| Luft ziehen | Spitze 1–2 cm unter die Oberfläche, 3-Uhr-Position, Kanne langsam senken | Lanze auf die Oberfläche legen, nicht zu viel Luft, keine großen Blasen | Aufschäumer etwa 1 cm eintauchen, Kännchen nicht bewegen |
| Erhitzen | Spitze wieder unter die Oberfläche, Wirbel halten | Lanze eintauchen, es entsteht ein Wirbel | keine eigene Phase genannt |
| Ende | 60–65 °C, Kanne fühlt sich angenehm warm an | bei der gewünschten Temperatur, ohne Zahl | spätestens nach 90 Sekunden automatisch |
| Danach | aufklopfen, schwenken, direkt in den Espresso gießen, zügig arbeiten | leicht schwenken, damit die Blasen platzen | keine Angabe |
Die beiden Siebträger-Anleitungen teilen das Schäumen in zwei Phasen: Erst zieht die Düse an der Oberfläche Luft, dann taucht sie tiefer, bringt die Milch in einen Wirbel und erhitzt sie dabei. Für Latte Art zählt ein Satz von Sage am meisten: Man soll zügig gießen, „bevor sich der Schaum von der Milch trennt“.
Die Kernzahlen: 55 bis 65 °C und aus 100 ml werden etwa 125 ml
Für den Cappuccino nennt das Istituto Nazionale Espresso Italiano (INEI) 100 ml kalte Milch mit 3–5 °C, die mit Dampf auf etwa 125 ml und etwa 55 °C gebracht wird. Das ist ein Verbandsstandard, keine Rechtsnorm:
Cappuccino Italiano Certificato (INEI) · geprüft am 19.10.2026
| Parameter | Wert | Toleranz | Quelle |
|---|---|---|---|
| Espresso (Espresso Italiano Certificato) | 25 ml | ± 2,5 ml (Espresso-Standard) | web.archive.org |
| Milch vor dem Aufschäumen | 100 ml | k. A. | web.archive.org |
| Milchtemperatur vor dem Aufschäumen | 3 bis 5 °C | k. A. | web.archive.org |
| Milchvolumen nach dem Aufschäumen | etwa 125 ml | k. A. | web.archive.org |
| Milchtemperatur nach dem Aufschäumen | etwa 55 °C | k. A. | web.archive.org |
| Tassengröße | 150 bis 160 ml (etwa 160 ml) | k. A. | web.archive.org |
| Milch: Eiweiß / Fett | mindestens 3,2 % / 3,5 % | k. A. | web.archive.org |
Standard des Istituto Nazionale Espresso Italiano, keine Rechtsnorm. Werte aus der Institutsbroschüre (Dezember 2006, archiviert am 03.05.2013). Für die Cappuccino-Werte nennt das Institut keine Toleranzen (nur „etwa“); die Toleranz beim Espresso stammt aus dem Standard für den Espresso Italiano Certificato. Eine Schaumhöhe gibt das Institut nicht an.
- 25 ml Espresso + 100 ml Milch — Ein „Cappuccino Italiano Certificato“ besteht laut Istituto Nazionale Espresso Italiano (INEI) aus 25 ml Espresso und 100 ml mit Dampf aufgeschäumter Milch (Standard des Branchenverbands, keine Rechtsnorm). web.archive.org
- 3–5 °C → ca. 55 °C · ca. 125 ml — Dafür werden 100 ml kalte Milch (3–5 °C) mit Dampf auf ein Volumen von etwa 125 ml und eine Temperatur von etwa 55 °C gebracht und auf einen Espresso Italiano Certificato in eine Tasse mit 150–160 ml Fassungsvermögen gegossen (INEI-Verbandsstandard). web.archive.org
- Kuhmilch ≥ 3,2 % Eiweiß, ≥ 3,5 % Fett — Verwendet werden soll frische Kuhmilch mit mindestens 3,2 % Eiweiß und mindestens 3,5 % Fett (INEI-Verbandsstandard). web.archive.org
- Tasse ca. 160 ml, randvoll — Als ideale Tasse nennt das Institut eine weiße Tasse aus Feldspatporzellan mit etwa 160 ml; der Cappuccino wird randvoll serviert, die gewölbte Haube soll gut sichtbar sein (INEI-Verbandsstandard). web.archive.org
- Basis Espresso Italiano Certificato — Grundlage ist immer ein Espresso Italiano Certificato (CSQA-Bescheinigung Nr. 214 vom 24.09.1999); die Zertifizierung für den Cappuccino Italiano erhielt das Institut 2006. Die heutige Seite des Instituts nennt weiterhin 25 ml Espresso und 100 ml aufgeschäumte Milch. iei.coffee
- keine Toleranzen genannt — Eine Mitteilung des Instituts nennt dieselben Werte: 25 ml Espresso, 125 ml aufgeschäumte Milch aus kalter Milch (3–5 °C) auf circa 55 °C, Tasse 150–160 ml; Toleranzen gibt das Institut für die Cappuccino-Werte nicht an, nur „circa“. web.archive.org
- INEI: kein Latte-macchiato-Standard — Einen Standard für Latte macchiato nennt das Istituto Espresso Italiano nicht: Seine Seite zur Zertifizierung beschreibt nur den Espresso Italiano Certificato und den Cappuccino Italiano Certificato (Verbandsstandard, keine Rechtsnorm). iei.coffee
- SCA: kein Standard für Milchgetränke — Auch die Specialty Coffee Association (SCA) führt in ihrer Übersicht der veröffentlichten und in Entwicklung befindlichen Standards keinen Standard für Latte macchiato oder andere Milchgetränke; gelistet sind unter anderem Standards zur Kaffeebewertung, zu Haushalts-Kaffeebrühern, Haushaltsmühlen und Espressomaschinen (Standard des Branchenverbands, keine Rechtsnorm). sca.coffee
- INEI: kein Flat-White-Standard — Einen Standard für Flat White nennt das Istituto Espresso Italiano nicht: Seine Zertifizierungsseite beschreibt nur Espresso Italiano Certificato und Cappuccino Italiano Certificato (Verbandsstandard, keine Rechtsnorm). iei.coffee
- SCA: kein Flat-White-Standard — Auch die Standardübersicht der Specialty Coffee Association führt keinen Standard für Flat White oder Cappuccino; gelistet sind Standards zur Kaffeebewertung, zu Haushalts-Kaffeebrühern, Haushaltsmühlen, Espressomaschinen und Schulungsräumen sowie in Entwicklung u. a. zu Rohkaffee, Röstgrad und Vollautomaten (Standard des Branchenverbands, keine Rechtsnorm). sca.coffee
Die Hersteller liegen höher: Sage nennt 60–65 °C, JoeFrex rät beim Milchkännchen, nicht über 65 °C zu gehen, De’Longhi nennt keine Gradzahl. Beim Volumen gehen die Angaben noch weiter auseinander. Beim INEI wächst die Milch um 25 %, De’Longhi rechnet mit dem Doppelten bis Dreifachen. Für ein Muster ist der INEI-Wert der nähere Bezug, weil er einen Cappuccino mit gegossenem Schaum beschreibt; eine eigene Zahl für Latte Art nennt weder der Verband noch ein Hersteller.
Das Kännchen: drei Hersteller legen den Ausguss für Latte Art aus
Im Vergleich der Milchkännchen nennen drei Hersteller Latte Art ausdrücklich: JoeFrex beschreibt eine Latte-Art-Ausgusstülle, ECM einen „professionellen Ausguss für Latte Art“, De’Longhi das DLSC060 als Kännchen „für Milchschaum und Latte Art“. Wie die Tülle geformt ist, beziffert keiner. Für ein bis zwei Cappuccini reicht nach der INEI-Rechnung ein Kännchen mit 350 ml: zwei Portionen sind etwa 250 ml Schaum.
JoeFrex Latte Art Milchkännchen mp35, 350 ml — dickwandiger Edelstahl, spülmaschinenfest
nach Datenblatt bewertet- Inhalt laut Hersteller 350 ml
- Material laut Hersteller dickwandiger Edelstahl
- Beschichtung ohne
- Ausguss laut Hersteller Latte-Art-Ausgusstülle
Daten laut joefrex.com
Maschinen mit Dampflanze: Siebträgermaschinen und Siebträger für Einsteiger.
Mit dem Vollautomaten nur über die Dampfdüse ins Kännchen
Ein Muster braucht einen Gießschritt. Den gibt es am Vollautomaten nur, wenn die Milch zuerst in ein Kännchen geht. Philips beschreibt für die Serien 2200 und 3200 zwei Wege: Mit dem klassischen Milchaufschäumer schäumt man im Kännchen und kann danach gießen. Mit LatteGo gibt die Maschine bei Cappuccino und Latte macchiato laut Anleitung „zuerst Milch und dann Kaffee“ selbst in die Tasse aus, ein Gießschritt kommt darin nicht vor. Welche Behälter es für Vollautomaten gibt, steht unter Milchbehälter für Kaffeevollautomaten; das Milchsystem je Gerät im Kaffeevollautomaten-Vergleich.
Die Fallstricke
- Die Temperatur ist nicht einheitlich. INEI etwa 55 °C, Sage 60–65 °C, JoeFrex höchstens 65 °C. Sage widerspricht sich in der eigenen Anleitung: Auf S. 18 ist die Milch richtig, wenn die Kanne angenehm warm ist, in der Störungstabelle auf S. 27, wenn das Kännchen „zu heiß zum Anfassen“ ist.
- Zu volles Kännchen. De’Longhi weist darauf hin, dass sich das Milchvolumen verdoppelt bis verdreifacht. Sage gibt dafür die MAX-Markierung vor.
- Zu viel Luft. De’Longhi warnt vor großen Blasen beim Ziehen.
- Warten. Laut Sage trennt sich der Schaum von der Milch, wenn man nicht zügig gießt.
- Pflanzendrinks verhalten sich anders. De’Longhi schreibt, Resultat und Textur des Schaums variieren je nachdem, ob Kuhmilch oder pflanzliche Getränke verwendet werden.
- Zeitlimit am Vollautomaten. Philips beendet das Aufschäumen nach 90 Sekunden selbst.
Was praktisch hilft
- Kalte Milch und kaltes Kännchen. De’Longhi empfiehlt, das Milchkännchen immer im Kühlschrank aufzubewahren, und nennt etwa 5 °C für die Milch.
- Menge nach Tassen abmessen. Etwa 100 ml Milch je Cappuccino nennen INEI und Philips; ein Kännchen mit Skala innen hat im Vergleich nur ECM.
- Kurz ziehen, lange wirbeln. Beide Siebträger-Anleitungen setzen die Luftphase an den Anfang und erhitzen danach mit eingetauchter Düse.
- Aufklopfen, schwenken, sofort gießen. So beschreibt es Sage; De’Longhi nennt das Schwenken.
Den Weg ohne Dampflanze – elektrische Aufschäumer, Stab, Kolben – vergleicht Milch aufschäumen; Geräte dafür stehen im Milchaufschäumer-Vergleich.
Was ich noch nicht weiß
- Die Gießtechnik. Keine der drei Anleitungen beschreibt Höhe, Winkel oder Tempo beim Gießen. Ohne Herstellerangabe bleibt jede Gießanleitung Erfahrungswissen, das ich nicht belegen kann.
- Wie fein „Mikroschaum“ ist. De’Longhi verwendet das Wort, nennt aber keine Blasengröße und kein Volumen. Erst damit ließe sich ein Schaum für Latte Art von einem für die Cappuccino-Haube unterscheiden.
- Welche Milch am besten trägt. INEI verlangt mindestens 3,5 % Fett und 3,2 % Eiweiß, De’Longhi nennt Vollmilch; einen Vergleich mehrerer Milchsorten hat kein Hersteller veröffentlicht.
- Der Einfluss des Espressos. Ob die Crema das Muster trägt, steht in keiner Anleitung.
Häufige Fragen
Was ist Latte Art?
Latte Art ist ein Muster aus Milchschaum auf einem Espressogetränk, etwa ein Herz oder ein Blatt, das beim Eingießen der aufgeschäumten Milch entsteht. Die Voraussetzung ist feinporiger Schaum, den Hersteller als seidenweich oder Mikroschaum beschreiben. Sage beschreibt dafür an der Barista Express Impress zwei Phasen, Luft ziehen und Erhitzen, und schreibt, man solle die Milch direkt in den Espresso gießen und zügig arbeiten, bevor sich der Schaum von der Milch trennt. Die Gießtechnik beschreibt keine der ausgewerteten Anleitungen. Einen Standard für Latte Art gibt es weder beim italienischen Espresso-Institut noch bei der Specialty Coffee Association.
Welche Milch für Latte Art?
Die Anleitungen nennen kalte Milch: De’Longhi Kuhvollmilch mit etwa 5 °C, Philips Milch direkt aus dem Kühlschrank, Sage frische kalte Milch. Der Verbandsstandard des Istituto Nazionale Espresso Italiano für den Cappuccino verlangt frische Kuhmilch mit mindestens 3,5 % Fett und 3,2 % Eiweiß, gekühlt auf 3 bis 5 °C. Für Pflanzendrinks schreibt De’Longhi, dass Resultat und Textur des Schaums anders ausfallen als bei Kuhmilch. Einen Vergleich der Milchsorten hat kein Hersteller veröffentlicht. Sage nennt nur frische kalte Milch nach Wahl, ohne Fettgehalt.
Wie heiß muss die Milch für Latte Art sein?
Eine eigene Zahl für Latte Art nennt niemand. Für den Cappuccino nennt das Istituto Nazionale Espresso Italiano etwa 55 °C, ausgehend von 3 bis 5 °C kalter Milch. Sage nennt in der Anleitung der Barista Express Impress 60 bis 65 °C, erkennbar daran, dass sich die Kanne angenehm warm anfühlt; in der Störungstabelle derselben Anleitung heißt es dagegen, das Kännchen sei dann zu heiß zum Anfassen. JoeFrex rät beim Milchkännchen, nicht über 65 °C zu gehen. Ein Kännchen mit eingebautem Thermometer hat im Vergleich nur Sage.
Latte Art mit Kaffeevollautomat, geht das?
Nur wenn die Milch zuerst in ein Kännchen geht. Philips beschreibt für die Serien 2200 und 3200 einen klassischen Milchaufschäumer, unter den man ein Kännchen stellt: etwa 100 ml Milch für einen Cappuccino, Düse etwa 1 cm eintauchen, nach höchstens 90 Sekunden stoppt das Gerät. Diesen Schaum kann man anschließend gießen. Mit dem LatteGo-Behälter gibt die Maschine laut Anleitung zuerst Milch und dann Kaffee selbst in die Tasse aus; einen Gießschritt gibt es dabei nicht. Wer Muster gießen will, braucht also ein Gerät mit Dampfdüse oder einen separaten Aufschäumer.
Welches Milchkännchen für Latte Art?
Drei Hersteller legen ihr Kännchen ausdrücklich für Latte Art aus: JoeFrex mit einer Latte-Art-Ausgusstülle beim mp35, ECM mit einem professionellen Ausguss beim 360-ml-Kännchen mit Skala, De’Longhi beim DLSC060 mit 350 ml. Maße der Tülle nennt keiner. Die Größe lässt sich rechnen: Der Verbandsstandard für den Cappuccino macht aus 100 ml kalter Milch etwa 125 ml Schaum, zwei Tassen sind also etwa 250 ml und passen in ein 350-ml-Kännchen. Spülmaschinenfest ist laut Herstellerangabe nur das JoeFrex-Kännchen; Normcore schließt die Spülmaschine für sein beschichtetes Kännchen aus.
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- Milch aufschäumen — vier Methoden nach Anleitung
- Cappuccino — der Verbandsstandard im Detail
- Flat White — Mikroschaum ohne Haube
- Siebträgermaschine — Geräte mit Dampflanze
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