Kaffee bitter oder sauer: was die Störungstabellen der Hersteller als Ursache nennen – Mahlgrad, Menge, Brühzeit, Temperatur und Reinigung

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Alle Angaben laut Bedienungsanleitung der Hersteller, Stand 18.10.2026. Keine Eigenmessung, keine Geschmacksprobe.

Nach dem Wechsel der Bohnen schmeckt der Espresso plötzlich sauer, oder der Vollautomat liefert nach Monaten einen bitteren Kaffee. Ob es an der Bohne liegt, sagt keine Anleitung – aber die Hersteller nennen für beide Richtungen dieselbe erste Stellschraube, nur in entgegengesetzter Drehrichtung.

Die Kernzahl: sauer heißt zu grob, bitter zu fein – in jeder Tabelle, die beides nennt

Ausgewertet habe ich die Störungstabellen und Extraktionsleitfäden von 34 Bedienungsanleitungen für Vollautomaten, Siebträger und Kapselmaschinen. Beide Richtungen nennen nur zwei Hersteller: Siemens in den Störungstabellen von EQ.300 (S. 26) und EQ.500 classic (S. 33), Sage in den Extraktionsleitfäden von Bambino, Barista Express Impress, Pro und Touch. Die Zuordnung ist in allen sechs gleich:

Befund Ursache laut Anleitung Abhilfe laut Anleitung
Kaffee ist zu sauer (Sage: „unterentwickelt · sauer“) Mahlgrad zu grob · zu wenig Kaffee im Sieb · Durchlauf unter 20 Sekunden (Sage) · Kaffeesorte nicht optimal (Siemens) feiner mahlen · Dosis erhöhen · Siemens: höherer Robusta-Anteil oder dunklere Röstung
Kaffee ist zu bitter (Sage: „bitter · adstringierend“) Mahlgrad zu fein · zu viel Kaffee · Durchlauf über 35 Sekunden (Sage) · Kaffeesorte nicht optimal (Siemens) gröber mahlen · Dosis verringern · Siemens: Kaffeesorte wechseln
Kaffee schmeckt verbrannt (Siemens) Mahlgrad zu fein · Kaffeesorte · beim EQ.500 classic Brühtemperatur zu hoch gröber mahlen · Sorte wechseln · Brühtemperatur niedriger stellen

„Adstringierend“ heißt zusammenziehend. Sage legt im Leitfaden der Express Impress auch die Mitte fest: 8–11 g für eine Tasse, 16–19 g für zwei und 25–30 Sekunden Durchlaufzeit (S. 17). Der Espresso-Standard des INEI nennt 7 g und 25 Sekunden ± 5, als Verbandsstandard.

Espresso Italiano Certificato (INEI) · geprüft am 19.10.2026

ParameterWertToleranzQuelle
Kaffeemenge (gemahlen)7 g± 0,5 gweb.archive.org
Wassertemperatur am Austritt88 °C± 2 °Cweb.archive.org
Temperatur in der Tasse67 °C± 3 °Cweb.archive.org
Wasserdruck9 bar± 1 barweb.archive.org
Durchlaufzeit25 s± 5 sweb.archive.org
Menge in der Tasse (mit Crema)25 ml± 2,5 mlweb.archive.org
Viskosität bei 45 °Cüber 1,5 mPa·sk. A.web.archive.org
Gesamtfettüber 2 mg/mlk. A.web.archive.org
Koffeinunter 100 mg je Tassek. A.web.archive.org

Standard des Istituto Nazionale Espresso Italiano, keine Rechtsnorm. Werte aus der Institutsbroschüre (Dezember 2006, archiviert am 03.05.2013); die heutige Website des Instituts (iei.coffee) nennt nur „circa 25 ml“.

  • 7 g ± 0,5 g — Das Istituto Nazionale Espresso Italiano (INEI) verlangt für ein „Espresso Italiano Certificato“ 7 g ± 0,5 g gemahlenen Kaffee (Verbandsstandard, keine Rechtsnorm). web.archive.org
  • 88 °C ± 2 · 9 bar ± 1 · Tasse 67 °C ± 3 — Das Wasser soll mit 88 °C ± 2 °C aus der Brühgruppe austreten, bei 9 bar ± 1 bar Wasserdruck; das Getränk soll in der Tasse 67 °C ± 3 °C haben (INEI-Verbandsstandard). web.archive.org
  • 25 s ± 5 · 25 ml ± 2,5 — Die Durchlaufzeit beträgt 25 Sekunden ± 5 Sekunden, die Menge in der Tasse einschließlich Crema 25 ml ± 2,5 ml (INEI-Verbandsstandard). web.archive.org
  • Koffein < 100 mg/Tasse — Weitere INEI-Parameter: Viskosität bei 45 °C über 1,5 mPa·s, Gesamtfett über 2 mg/ml, Koffein unter 100 mg je Tasse (Verbandsstandard). web.archive.org
  • ca. 25 ml; CSQA Nr. 214 — Das Institut beschreibt das Espresso Italiano Certificato heute als Tasse mit etwa 25 ml Kaffee; die Zertifizierung beruht auf einer Produktkonformitätsbescheinigung von CSQA (Nr. 214 vom 24.09.1999, DTP 008 Ed. 1). iei.coffee
  • 6,5–7,5 g · 20–30 s · 22,5–27,5 ml — Aus den Toleranzen ergeben sich rechnerisch diese Spannen: 6,5 bis 7,5 g Kaffee, 86 bis 90 °C am Austritt der Brühgruppe, 8 bis 10 bar, 20 bis 30 Sekunden Durchlaufzeit und 22,5 bis 27,5 ml in der Tasse (INEI-Verbandsstandard, keine Rechtsnorm). web.archive.org
  • INEI: kein Lungo-Standard — Für Lungo, Ristretto oder andere verlängerte oder verkürzte Espressi legt das Institut keine Werte fest: Seine Zertifizierungsseite beschreibt nur den Espresso Italiano Certificato und den Cappuccino Italiano Certificato, und auch die Institutsbroschüre von 2006 nennt keinen Lungo (Verbandsstandard, keine Rechtsnorm). iei.coffee

Einordnung: Extraktion ist der Anteil, der aus dem Kaffeemehl gelöst wird

„Unter-“ und „überextrahiert“ sind die Wörter, mit denen Sage seine Tabelle überschreibt. Eine Zahl dazu nennt nur ein Verbandsstandard, und zwar für Filterkaffee: Die Specialty Coffee Association (SCA) setzt im Golden Cup Standard 18–22 % Extraktionsausbeute an, also den Anteil des Kaffeemehls, der ins Getränk geht, bei 1,15–1,35 % gelösten Feststoffen (TDS), 93,0 °C ± 3 °C und 55 g Kaffee je Liter ± 10 %. Keine der 34 Anleitungen nennt eine Extraktion in Prozent; welcher Geschmack zu welchem Prozentwert gehört, steht auch nicht in der Faktendatei.

SCA Golden Cup Standard (Filterkaffee) · geprüft am 19.10.2026

  • 55 g/l ± 10 % — Für den Golden Cup Standard empfiehlt der Branchenverband Specialty Coffee Association (SCA) ein Verhältnis von 55 g Kaffee je Liter Wasser mit ± 10 % Toleranz (Standard des Branchenverbands, keine Rechtsnorm). web.archive.org
  • 93,0 °C ± 3 °C — Die Wassertemperatur soll beim Kontakt mit dem Kaffee 93,0 °C ± 3 °C (200 °F ± 5 °F) betragen, also 90 bis 96 °C (SCA-Verbandsstandard, keine Rechtsnorm). web.archive.org
  • TDS 1,15–1,35 % — Gold-Cup-Kaffee soll eine Stärke von 11,5 bis 13,5 g gelösten Feststoffen je Liter haben, das entspricht 1,15 bis 1,35 % TDS auf dem Brewing Control Chart (SCA-Verbandsstandard, keine Rechtsnorm). web.archive.org
  • Extraktion 18–22 % — Die Extraktionsausbeute soll laut Golden Cup Standard der SCA 18 bis 22 % betragen (Verbandsstandard, keine Rechtsnorm). web.archive.org
  • TDS 150 mg/l · pH 7,0 — Für Brühwasser nennt die SCA als Ziel 150 mg/l gelöste Feststoffe (zulässig 75–250 mg/l), 68 mg/l Calciumhärte (17–85 mg/l), etwa 40 mg/l Gesamtalkalität, pH 7,0 (6,5–7,5), etwa 10 mg/l Natrium und kein Chlor (Verbandsstandard, keine Rechtsnorm). web.archive.org
  • aktuelle Normtexte nur für Mitglieder — Die heutigen SCA-Gerätestandards (z. B. SCA-310 für Haushalts-Kaffeemaschinen) stellt der Verband nur Mitgliedern zur Verfügung; die Golden-Cup-Werte sind öffentlich nur noch in archivierten Fassungen der Verbandsseiten belegt. sca.coffee
  • 49,5–60,5 g/l — Aus 55 g je Liter ± 10 % ergibt sich rechnerisch eine Spanne von 49,5 bis 60,5 g Kaffee je Liter Wasser (SCA-Verbandsstandard, keine Rechtsnorm). web.archive.org
  • Chart: TDS × Extraktion; Geschmackswörter entfernt — Die klassische Coffee Brewing Control Chart trägt die Stärke (TDS) senkrecht und die Extraktion in Prozent waagerecht auf, das Brühverhältnis als Diagonalen. Ältere Fassungen enthielten Zonen mit Begriffen wie „bitter“ und „under-developed“; neuere Fassungen haben diese Wörter laut SCA entfernt (Verbandsveröffentlichung, keine Rechtsnorm). sca.coffee
  • Chart-Begriffe veraltet, nicht standardisiert — Die SCA bezeichnet die Geschmacksbegriffe der ursprünglichen Brewing Control Chart („strong“, „bitter“, „weak“, „over-“ und „under-developed“) als veraltet; ihre Definitionen sind in der Branche nicht einheitlich. sca.coffee

Für Filterkaffee hängt die Temperatur am Gerät: Von 13 Filtermaschinen im Vergleich nennen nur 5 eine Brühtemperatur, Moccamaster und Melitta One 92–96 °C. Die Kaffeemenge je Liter rechnet das Werkzeug aus:

ml Brühwasser (1 ml ≈ 1 g)
g gemahlener Kaffee
1 Teil Kaffee auf x Teile Wasser ·
g, mit dem eigenen Löffel auf der Waage
Kaffee–
Wasser–

Womit gerechnet wird
  • Startwert: Brühverhältnis aus „SCA Golden Cup Standard (Filterkaffee)“ (geprüft am 19.10.2026, Quelle). Daraus ergibt sich 1 : (1000 ÷ Gramm je Liter).
  • Belegt ist nur dieser eine Wert, und er gilt für Filterkaffee. Für French Press, AeroPress und Cold Brew nennt der Standard keinen eigenen Wert — der Schieberegler ist dafür frei, das Werkzeug schlägt nichts vor.
  • Kaffee = Wasser ÷ Verhältnis, Wasser = Kaffee × Verhältnis. Gerechnet wird mit dem Brühwasser; in der Tasse kommt weniger an, weil das Kaffeemehl Wasser aufnimmt.
  • Löffel nur, wenn man das Gewicht des eigenen Löffels selbst gewogen einträgt: Ein Messlöffel fasst je nach Form und Mahlgrad unterschiedlich viel.
  • Die Eingaben stehen im Link — gespeichert wird nichts.

Am Vollautomaten: Mahlgrad, dann zwei bis drei Tassen warten

Am Vollautomaten ist der Mahlgrad die einzige Größe, die die Tabellen von Siemens für sauer und bitter nennen. Siemens verstellt ihn per Drehwähler, nur bei laufendem Mahlwerk, und schreibt: Die Einstellung wirkt erst nach der zweiten Tasse (EQ.300, S. 18).

  • Feiner heißt kräftiger. Melitta (Avanza, S. 19) und Krups (S. 9) schreiben, ein feinerer Mahlgrad mache den Geschmack stärker. Krups nennt einen Unterschied nach drei Zubereitungen.
  • Bohnenart und Mahlgrad gehören zusammen. Siemens nennt feinen Mahlgrad für hell geröstete und groben für dunkel geröstete Bohnen (EQ.300, S. 18).
  • Längeres Brühen löst Bitterstoffe. Für die Funktion „aromaDouble Shot“ begründet Siemens: Je länger der Kaffee gebrüht werde, desto mehr Bitterstoffe würden gelöst; deshalb mahlt das Gerät nach der Hälfte der Menge neu (EQ.500 classic, S. 21).
  • Wässrig ist nicht sauer. Philips nennt für wässrigen Kaffee eine verschmutzte oder ungefettete Brühgruppe, die Selbsteinstellung über die ersten 5 Tassen und einen zu groben Mahlgrad (Series 2200, S. 85–86); Krups empfiehlt bei zu schwachem Kaffee weniger Menge, mehr Stärke und feineren Mahlgrad (S. 28–29).

Wie viele Stufen die einzelnen Geräte haben, steht unter Kaffeevollautomat und Siemens Kaffeevollautomat.

Störungstabelle mit Zeilen für sauer, bitter und verbrannt, Mahlgrad per Drehwähler

Siemens EQ.300 TF303E07 — Kaffeevollautomat mit Milchschäumer, Keramikmahlwerk, Inox silver metallic

nach Datenblatt bewertet
  • Milchsystem (Dampflanze = Milch im Gefäß mit Dampf aufschäumen) Dampflanze
  • Milchsystem (Dampflanze = Milch im Gefäß mit Dampf aufschäumen) Dampflanze
  • Pumpendruck, statisch (laut Anleitung) 15 bar
  • Getränke laut Siemens (mit App-Rezepten) 5 Getränke
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Daten laut media3.bsh-group.com

Temperatur, Wasser und Reinigung kommen nach dem Mahlgrad

Die Brühtemperatur nennt Siemens nur bei „verbrannt“: Beim EQ.500 classic soll sie niedriger gestellt werden (S. 33). Sage lässt sie bei der Express Impress um bis zu 2 °C in 1-Grad-Schritten ändern und begründet das damit, dass verschiedene Bohnen unterschiedliche Wassertemperaturen brauchen (S. 18).

Kalk und Reinigung tauchen in keiner Bitter- oder Sauer-Zeile auf, aber an anderer Stelle: Krups schreibt, Kalk und Chlor könnten den Geschmack verändern (Sensation Milk, S. 7), Siemens, der Kalkgehalt beeinflusse Aroma und Crema (EQ.300, S. 14), und die Creatista-Plus-Anleitung, Entkalken erhalte den Kaffeegeschmack (S. 63). Sage empfiehlt, Kaffeepulver aus dem Mahlwerk vor dem ersten Kaffee des Tages auszumahlen, weil altes Pulver den Geschmack beeinflussen könne (Express Impress, S. 15). Den Ablauf erklärt Kaffeevollautomat entkalken.

Die Fallstricke

  • Bitter steht bei Sage auf beiden Seiten. In den Leitfäden von Bambino, Pro und Touch steht „bitter“ auch bei der Unterextraktion, bei der Pro etwa „bitter/scharf, schwach und wässrig“, bei der Überextraktion „bitter und verbrannt“. Die Unterscheidung liefert dort die Durchlaufzeit, nicht das Wort.
  • Zwei Größen zugleich verstellen. Sage empfiehlt, immer nur einen Faktor nach dem anderen zu ändern (Bambino, S. 17); am Vollautomaten kommt die Wartezeit von zwei bis drei Tassen dazu.
  • Robusta als Abhilfe für sauer. Das empfiehlt Siemens. Ob eine Sorte als säurearm gilt, sagen nur die Röster, siehe säurearmer Kaffee.
  • Ziehzeit bei der French Press. WMF nennt 3–4 Minuten und schreibt, nach mehr als 5 Minuten lösten sich Bitterstoffe; Bodum verlangt grob gemahlenen Kaffee. Mehr unter French Press.

Was praktisch hilft

  1. Erst den Mahlgrad, eine Stufe je Schritt: sauer feiner, bitter gröber. Wie Stufen zu lesen sind, steht unter Mahlgrad.
  2. Am Siebträger die Zeit stoppen. Sage nennt 25–30 Sekunden; unter 20 Sekunden ist unter-, über 35 überextrahiert.
  3. Die Dosis wiegen. 8–11 g bzw. 16–19 g bei Sage, 55 g je Liter ± 10 % beim Filterkaffee; eine Kaffeewaage mit 0,1-g-Schritten reicht dafür.
  4. Zwei bis drei Tassen abwarten, bevor man am Vollautomaten weiterdreht.
  5. Danach Temperatur, Wasser und Reinigung prüfen: Brühtemperatur laut Menü, Tassen vorwärmen, entkalken, wenn das Gerät es meldet.

Was ich noch nicht weiß

  • Extraktion in Prozent bei Espresso. Die SCA-Werte gelten für Filterkaffee; für Espresso nennt die Faktendatei keine Extraktionsausbeute. Messbar wäre sie mit einem TDS-Messgerät an einem eigenen Gerät.
  • Bitter- und Sauer-Zeilen bei De’Longhi, Melitta, Jura und Philips. Ihre Störungstabellen führen „dünn“, „wässrig“ oder „nicht heiß“, aber keinen Geschmacksfehler. Warum nur Siemens das tut, sagen die Anleitungen nicht.
  • Welche Stufe zu welcher Bohne passt. Siemens nennt nur die Richtung (hell fein, dunkel grob), keine Zahl.

Häufige Fragen

Warum schmeckt mein Kaffee sauer?

In den Anleitungen, die den Fehler nennen, ist die erste Ursache ein zu grober Mahlgrad. Siemens schreibt in den Störungstabellen von EQ.300 und EQ.500 classic: Mahlgrad feiner einstellen; außerdem kann eine Kaffeesorte mit höherem Robusta-Anteil oder dunklerer Röstung helfen. Sage ordnet „unterentwickelt · sauer“ der Unterextraktion zu: zu grob gemahlen, zu wenig Kaffee im Sieb oder ein Durchlauf unter 20 Sekunden. Abhilfe dort: feiner mahlen und die Dosis erhöhen, laut Sage 8–11 g für eine und 16–19 g für zwei Tassen. Am Vollautomaten wirkt die neue Stufe erst nach der zweiten Tasse.

Warum schmeckt Kaffee bitter?

Laut Siemens und Sage meist, weil zu fein gemahlen wurde oder zu viel Kaffee im Sieb ist. Siemens nennt beim EQ.300 und EQ.500 classic: Mahlgrad gröber einstellen oder die Kaffeesorte wechseln; schmeckt der Kaffee verbrannt, beim EQ.500 classic zusätzlich die Brühtemperatur niedriger stellen. Sage ordnet „bitter · adstringierend“ der Überextraktion zu, mit einer Durchlaufzeit über 35 Sekunden. Siemens begründet in der Anleitung des EQ.500 classic, dass bei längerem Brühen mehr Bitterstoffe gelöst werden. Bei der French Press nennt WMF eine Ziehzeit über 5 Minuten als Ursache.

Kaffee bitter: Mahlgrad gröber oder feiner?

Gröber. So steht es in allen ausgewerteten Anleitungen, die bitteren Kaffee als Störung führen: Siemens beim EQ.300 und EQ.500 classic und Sage in den Extraktionsleitfäden von Bambino, Barista Express Impress, Pro und Touch, wo „zu fein“ neben „überextrahiert · bitter“ steht. Für sauren Kaffee gilt die umgekehrte Richtung. Die Hersteller verstellen eine Stufe je Schritt: De’Longhi lässt höchstens eine Position auf einmal drehen, Siemens und De’Longhi nennen die zweite Tasse als Zeitpunkt, ab dem die Änderung wirkt. Wie weit eine Stufe reicht, gibt kein Hersteller in Mikrometern an.

Warum ist Kaffee aus dem Vollautomaten bitter?

Die Siemens-Anleitungen nennen drei Ursachen: zu feiner Mahlgrad, eine nicht passende Kaffeesorte und beim EQ.500 classic eine zu hohe Brühtemperatur, wenn der Kaffee verbrannt schmeckt. Abhilfe ist, den Mahlgrad bei laufendem Mahlwerk gröber zu stellen und zwei Tassen abzuwarten. Siemens ordnet außerdem feinen Mahlgrad hell und groben dunkel gerösteten Bohnen zu. Für die Reinigung schreibt die Creatista-Plus-Anleitung, Entkalken erhalte den Kaffeegeschmack; Krups nennt Kalk und Chlor im Wasser. De’Longhi, Melitta, Jura und Philips führen bitteren Kaffee nicht als eigene Störung.

Weiterlesen

Bianca betreibt mahlstufe.de allein. Sie vergleicht Kaffeevollautomaten, Siebträger, Mühlen und Kapselgeräte nach Produktseite, Datenblatt und Bedienungsanleitung der Hersteller und führt jede Regel zu Koffein, Wasserhärte und Kaffeerecht mit Quelle und Prüfdatum. Eigene Messungen sind als solche gekennzeichnet.